FritziFrisch – Lass dir deine Bio- und Regionalprodukte vom Bauernhof entspannt nach Hause liefern

Hallo Philip, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst ! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei FritziFrisch kurz vor:

Hi, ich bin Philip und gemeinsam mit meinem Bruder Nikolai und Katja habe ich FritziFrisch gegründet.

Vielleicht möchtest Du uns Euer Startup, ganz zu Beginn unseres Interviews, kurz vorstellen?

FritziFrisch schafft eine neue Art der Lebensmittelvermarktung und -beschaffung, indem wir den klassischen Lebensmitteleinzelhandel im suburbanen Raum digitalisieren. FritziFrisch bringt Effizienz in die Lebensmittelwertschöpfungskette, um die regionale Landwirtschaft in Deutschland zu erhalten.

Logo FritziFrisch 1024x972 - FritziFrisch - Lass dir deine Bio- und Regionalprodukte vom Bauernhof entspannt nach Hause liefern

Welches Problem wollt Ihr mit FritziFrisch lösen?

Mit FritziFrisch wollen wir die Effizienz in der Lebensmittelwertschöpfungskette nachhaltig positiv beeinflussen und dadurch die Lebensmittelverschwendung sowohl im Primär- als auch im Tertiärsektor drastisch reduzieren. Gleichzeitig trägt FritziFrisch zum Erhalt der regionalen Landwirtschaft und somit der regionalen Grund- und Nahversorgung bei. Die Dynamik und die ständigen Veränderungen in jedem Markt, so auch im Lebensmitteleinzelhandel, sind für uns unumgänglich und FritziFrisch ist ein mögliches Ergebnis dieser dynamischen Gegebenheiten.

Wie ist die Idee zu FritziFrisch entstanden?

Wir hatten in 2020 den Pivot vom nachhaltigen Sportgetränk zum regionalen Online-Hofladen aufgrund von Corona. Da die Lieblings-Kuh von Opa Richard Frida hieß war der Name für das neue Unternehmen schnell gefunden und wir haben die Marke ‚FridaFrisch‘ auch direkt schützen lassen. Eine Eintragung beim DPMA dauert in etwa einen Monat, hinzu kommen sechs Monate Widerspruchsfrist plus einem zusätzlichen Monat aufgrund von Bürokratie etc.… Das konnten wir nicht alles abwarten, sondern sind mit dem Namen ‚FridaFrisch‘ gestartet.
Das Problem war, dass es bereits eine eingetragene Marke namens ‚Frida‘ gab und ‚Frisch‘ in ‚FridaFrisch‘ nicht schützenswert ist, sondern lediglich beschreibend. Daher hatten wir die jüngere Marke, eine identische Schreibweise, dasselbe Klangbild sowie einen ähnlichen Geschäftszweck. Eine Einigung war von der Gegenpartei absolut ausgeschlossen, wenn wir unsere Online-Präsens nicht komplett einstellen und darüber hinaus eine hohe Summe zahlen würden. Das kann man als junges Unternehmen (im Online-Sektor (!)) leider nicht stemmen. Wir haben uns daher im Team zusammengesetzt und zeitgleich mehrere Marken eintragen lassen. Bei allen sind die Eintragungen vollends durchgegangen.
Schlussendlich haben wir uns für ‚FritziFrisch‘ entschieden. Fritzi kann als Spitzname von Frida gewertet werden und so schwer uns diese Umstellung gefallen ist, wir alle finden FritziFrisch auch sehr schön. Sogar Opa Richard war hiermit einverstanden.


Wie würdest Du Deiner Großmutter FritziFrisch erklären?

„Bei FritziFrisch kannst du deinen Wocheneinkauf einfach, transparent und zu Supermarktpreisen jederzeit online tätigen. Die Bestellung bekommst du dann an deinem Wunschliefertermin direkt vor die Haustür geliefert. Den Landwirten und Produzenten helfen wir zudem, genauere Prognosen über die Nachfrage an die Hand zu geben, um die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert?

Eigentlich hat alles mit der Entwicklung für ein nachhaltiges Sportgetränk im Jahr 2018 angefangen. Aber bevor wir Anfang 2020 mit der Lohnabfüllung beginnen konnten, kam auch uns die Corona-Pandemie dazwischen. Messen wurden abgesagt und unsere potentiellen Hauptabnehmer – Fitnessstudios und Sportvereine – gerieten selbst ins straucheln. Da saßen wir also mit einem Unternehmen, das laufende Fixkosten produzierte, aber kein verkäufliches Produkt mehr hatte.
Innerhalb weniger Wochen bauten wir unseren Online-Shop um und haben unser neues Vorhaben: den regionalen Online-Supermarkt den ersten Landwirten gepitcht. Denn durch die Corona-Pandemie gab es viele Menschen, die aufgrund ihres Alters oder ihrer Gesundheit nicht mehr einkaufen gehen sollten. Und viele der Landwirten saßen auf ihren Produkten, da auch ihr Absatzkanal eingebrochen ist. Wir haben
quasi nur 1+1 zusammengezählt.
Anfänglich dachten wir, dass wir den regionalen Online-Supermarkt lediglich zur Überbrückung betreiben werden. Nachdem wir aber mit lediglich 4 Landwirten gestartet sind und heute über 70 Produzenten zu FritziFrisch gehören, werden wir hiermit nicht so schnell aufhören. Auch können wir täglich mehr Kunden von unserem Konzept überzeugen und sind fest davon überzeugt, dass die Digitalisierung des LEH in Kombination mit regionalen Landwirten eine zukunftsträchtige Art und Weise der Lebensmittelvermarktung als auch – beschaffung darstellt.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell?

Wir haben den Lebensmitteleinzelhandel im suburbanen Raum digitalisiert und beziehen unsere Ware unmittelbar von den Produzenten und Landwirten. Dadurch, dass wir den. Großhandel und sonstige Drittanbieter weglassen, verschmälern wir die Lebensmittelwertschöpfungskette deutlich. Die Produzenten und Landwirte erhalten einen fairen Preis für ihre Produkte, die wir wiederum zu Supermarktpreisen transparent an den Endkonsumenten verkaufen können. Gleichzeitig übernehmen
wir die ‚unschönen‘ Dinge vom Einkaufen gehen und liefern den Einkauf frisch, bequem und am Wunschtag der Kunden vor die Haustür.

Wie genau hat sich FritziFrisch seit der Gründung entwickelt?

Durch unseren Pivot im Jahr 2020 haben wir unser ursprüngliches Geschäftsmodell um 180 Grad gewandelt. Was als Übergangslösung angedacht war, hat sich nachhaltiges Geschäftsmodell entwickelt, das wir auch langfristig weiterentwickeln und ausbauen möchten.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?

Das deutsche Markenrecht hat uns aufgrund des Rebranding vor größere Herausforderungen gestellt, da uns der bürokratische Umfang der die Markenanmeldung so mit sich zieht anfangs überhaupt nicht bewusst war. Direkt mit einer Marke an Start gehen, ohne alles in trockenen Tüchern zu wissen – das war
tatsächlich eines unserer größeren „Fehlern“, die wir heute so nicht mehr machen würden. Glücklicherweise hatte dieser Fehler keine großen monetären Auswirkungen, dennoch wäre dieses Learning vermeidbar gewesen.

Was habt Ihr daraus gelernt?

In gewissen Themenbereichen ist es hilfreich und empfehlenswert sich entsprechendes Knowhow, sei es in Form einer rechtlichen Beratung oder über Fachkräfte, einzukaufen.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?

So aussichtslos uns unsere Situation vor der Pivot damals erschien, er hat doch zu etwas gutem geführt.

Wie ist Euer Startup finanziert?

Zu Anfang waren wir komplett gebootstrapt, haben neben Angel-Investoren auch einen Media-For-Equity-Deal in der letzten Runde abschließen können.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate?

Wir wollen in den kommenden Wochen und Monaten die Reichweite von FritziFrisch in unseren Liefergebieten vergrößern und unsere Liefergebiete deutlich ausweiten. Parallel arbeiten wir an der Entwicklung unserer KI zur Optimierung der Lebensmittelwertschöpfungskette.

Vielen Dank für das Interview.

Previous post Yuri im Employer Portrait
Next post Philip Kleiner von FritziFrisch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Social profiles

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmen Sie dem zu.