Revendo – kämpft gegen den Elektroschrott

Hallo Laurenz, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst! Bitte stelle uns ganz zu Beginn Euer Startup Revendo einmal kurz vor:

Wir sind revendo. Mit unserem Geschäftsmodell setzen wir den Fokus auf die Wiederverwendung von Apple und Android Produkten, um so die nachhaltige Nutzung zu stärken und um die Geräte länger im Umlauf zu halten.

Seit unserer Gründung in 2013 hat unser innovatives Konzept in der deutschsprachigen Schweiz für grosses Aufsehen gesorgt, sodass wir innerhalb der letzten 6 Jahren neben unserem Online Shop auch neun Filialen eröffnen konnten. Aktuell sind in den Städten Basel, Zürich, Bern, Dietikon, St. Gallen, Luzern und Winterthur vertreten.

Vielleicht möchtest Du Dich und Dein Team bei Revendo kurz vorstellen ?

Mein Name ist Laurenz Ginat, gemeinsam mit Aurel Greiner teilen wir uns die Geschäftsleitung von revendo. Bei revendo kümmere ich mich um das Personal und das Marketing, während Aurel sich um die Prozessentwicklung resp. -optimierung und die IT kümmert.

Begonnen hat revendo an einer eingemieteten Tischhälfte im Co-Working-Space der Unternehmen Mitte in Basel. Das Team bestand dann noch aus zwei Personen: Aurel Greiner und Laurens Mackay. Ich stoss wenig später dazu, um die beiden in meiner Freizeit beim Reparieren und Aufrüsten zu unterstützen, während ich tagsüber noch in die Schule ging. Laurens Mackay ist immer noch Teil des Verwaltungsrates, hat im Unternehmen jedoch eine beratende Position eingenommen.

Welches Problem wollt Ihr mit Revendo lösen ?

Jährlich erzeugt die Schweiz 138‘000 Tonnen Elektroschrott. Wir sind fest davon überzeugt, dass mit einem kleinen Beitrag von uns allen der jährliche Elektroschrott um grosse Mengen reduziert werden kann. Mit unserem Upcycling-Konzept möchten wir eine Alternative zur Wegwerfmentalität schaffen und dazu anregen, auch mal auf das allerneuste Gerät zu verzichten und dafür unserer Natur und Umwelt Sorge zu tragen.

Wie ist die Idee zu Revendo entstanden ?

Ohne dabei an einen potenziellen Beruf zu denken, hatte Aurel und Laurenz schon in der Schule privat mit gebrauchten Geräten gehandelt, da sich damals niemand neue Geräte leisten konnte. Die Idee daraus ein Geschäftsmodell zu machen, kam erst einige Jahre später.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Revendo erklären ?

Wenn Du Dir ein neues Gerät kaufst, darfst Du nicht vergessen, dass Dein gebrauchtes Gerät immer noch viel Wert ist. Bringe es doch zu revendo. Wir prüfen und testen es und sorgen dafür, dass das gebrauchte Gerät einen neuen Besitzer findet, der das Gerät mit viel Freude weiternutzen wird.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Anfangs führten wir ausschliesslich Apple Produkte in unserem Sortiment. Neben einer Sortimentserweiterung von nachhaltigen Zubehörartikel kaufen und verkaufen wir auch Android Smartphones und Lautsprecher/Kopfhörer.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Das Geschäftsmodell ist ganz simpel: Anstatt sein gebrauchtes Gerät in den Müll zu werfen, kann man es einfach bei revendo zu einem fairen Preis verkaufen.

Alle Geräte werden von unseren Technikern auf Herz und Nieren geprüft und wiederaufbereitet. Defekte Geräte werden bei Möglichkeit repariert oder die Einzelteile werden umweltfreundlich wiederverwertet.

Das nun aufbereitete Gerät kommt anschliessend in den Verkauf, wo es auf seinen nächsten Besitzer wartet. Jedes Gerät verdient eine zweite Chance und Dank revendo wird der Upcycling-Kreislauf geschlossen.

Wie genau hat sich Revendo seit der Gründung entwickelt ?

Obwohl der Onlinehandel in vielen Branchen die Zukunft ist, realisierten wir schnell, dass ein blosser Beschrieb des Zustands den meisten Personen einfach nicht genügt. Aus diesem Grund hielten wir die Eröffnung eines Ladens für die perfekte Lösung. Nach 6 Jahren sind wir nun mit neun Filialen in der Deutschschweiz vertreten.

Doch die erfreulichste Entwicklung ist meiner Meinung nach, die Tatsache, dass wir das Interesse von Geschäftskunden wecken konnten. Immer mehr Unternehmen sind im Prozess verschiedene Aspekte ihrer Organisation nachhaltiger zu gestalten. Wir erhalten viele Anfragen von Unternehmen, die ihre MitarbeiterInnen ab jetzt mit gebrauchten Computern, Laptops und Smartphones ausrüsten wollen. Mit ihrem Verzicht auf den Kauf von neuen Geräten leisten Sie einen beachtlichen Beitrag zur Schonung unserer Umwelt.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Euer Startup inzwischen?

Das Unternehmen ist in den sechs Jahren ganz schön gewachsen. Mittlerweile sind wir insgesamt mit 85 Mitarbeitern an den neun Standorten vertreten und bilden an praktisch jedem Standort Lehrlinge aus.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Es gibt kein grosses Ereignis, auf das wir zurückblicken und sagen können, das hätten wir anders machen müssen. Natürlich gibt es immer wieder Situationen, bei denen man vor einer grossen Herausforderung steht, aber das Schöne daran ist, dass man dadurch lernt.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Uns ist die Nachhaltigkeit ein grosses Anliegen. Dabei sind wir bemüht durch das Wiederverwenden einen kleinen Beitrag zur Schonung der Umwelt zu leisten. Wir legen nicht nur Wert bei Smartphones und Computern ein gerechtes Upcycling zu garantieren, sondern wir leben das auch in anderen Bereichen, wie zum Beispiel bei unseren Ladeneinrichtungen. Die Entscheidung ein nachhaltiges Unternehmen zu gestalten, war wohl etwas, das wir mit guten Gewissen richtig gemacht haben.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Die Gründung haben wir aus unserem Erspartem und der Unterstützung unserer Familie und Freunde finanziert. Seitdem finanzieren wir uns komplett mit den Mitteln, welche revendo selber erwirtschaftet hat.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Wir sind stets dabei unsere Dienstleistungen und unser Sortiment zu erweitern und zu optimieren. Als nächsten grossen Schritt haben wir uns vorgenommen, uns in die französischsprachige Schweiz zu wagen. Mehr dazu werden wir dann auf unseren Social-Media-Kanälen und auf unserem Blog bekannt geben.

Vielen Dank für das Interview.

One thought on “Revendo – kämpft gegen den Elektroschrott”

  1. Geldmacherei schön verpackt… verkauft eure geräte lieber bei ricardo. Revendo zahlt schlecht und verkauft überteuert. Marchen von 40% sind da keine seltenheit. Mitarbeiter werden ausgenutzt und zu minimal löhnen bezahlt. Profitgier pur! Jede negative online rezension bei kununu, facebook oder google wird versucht im keim zu ersticken. Nicht selten fliesst hier auch geld damit eine negative rezension entfernt wird… revendo überwacht mit den kameras nicht nur die sicherheit sondern auch massiv die mitarbeiter. Ist jemand mal krank wird geschaut dass er gezwungen werden kann trotzdem zu arbeiten… ein wunder das der laden noch nicht dicht gemacht wurde

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