Advice Online – die digitale Beratungsunterstützung

Hallo Christian, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst ! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei Advice Online kurz vor:

Christian, 45, gelernter Bankfachmann und klassicher Nerd, der mit C64, Atari und Programmiersprachen gross wurde. Aus dieser Passion ging meine Karriereweg hervor und zusammen mit meinen beiden Partnern betreiben wir heute die Advice Online AG. Wir verstehen Banken, Kunden, den Regulator und das Zusammenspiel des Ganzen. Dieses vielseitige Wissen packen wir ins leicht verständliche Designs und Prozesse. Wir sind Banker, Anwälte und Designer.

Vielleicht möchtest Du uns ganz zu Beginn unseres Interviews Eurer Startup Advice Online kurz vorstellen ?

Unser Ziel war und ist, die klassische Finanzberatung digital zu unterstützen. Dabei legen wir Schwerpunkte auf die Darstellung, eine einfache Bedienung und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, die laufend zunehmen.

Welches Problem wollt Ihr mit Advice Online lösen ?

Angebote von Banken und Vermögensverwaltern werden je länger je mehr austauschbar, deshalb müssen Berater die Kunden durch intensivere Betreuung an sich binden. Mit unserer Lösung ist das möglich: Gesetzliche Herausforderungen und die Erstellung ansehnlicher Reportings sind mit wenigen Klicks erledigt, sodass dem Berater mehr Zeit für die Kundeninteraktion bleibt.

Wie ist die Idee zu Advice Online entstanden ?

Wir drei arbeiteten alle an und für den ersten Robo-Advisor der Welt: die damalige „Nettobank“, Tochter der damaligen Wegelin & Co. Privatbank. Im 2012 folgte dann die Entscheidung, eine Software zu Entwickeln, die es Banken und Vermögensverwaltern erlaubt, das klassische Banking als „Banking-as-a-Service“ nutzen zu können. Wir betraten somit als allererstes Fintech in diesem Bereich Neuland und etablieren auch schon seit 2013 effektiv Cloud-Banking. Ein Pfad, der durch andere, grosse Anbieter erst ab 2018 angegangen wurde.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Advice Online erklären ?

Stell Dir vor, dass Dein Kundenberater bei der Bank alles, was er Dir erklärt, gleich auch schön darstellt und präsentiert und Du nach dem Gespräch ganz genau weisst, was er Dir gezeigt hat. Du kannst auch sicher sein, dass er alle Gesetze eingehalten hat und Du nicht plötzlich negativ überrascht wirst.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Nur dahingehend, dass wir zu Beginn unabhängige Vermögensverwalter angegangen sind und gerade in den ersten Jahren plötzlich viele Banken auf unsere Software augesprungen sind. Das war positiv und hat uns massiv gestärkt.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Unsere Nutzer (Banken und deren Berater, sowie unabhängige Vermögensverwalter) lizenzieren die Software und können sie uneingeschränkt nutzen. Wir sind hoch skalierbar.

Wie genau hat sich Advice Online seit der Gründung entwickelt ?

Hervorragend. Klar, die ersten Jahre sind immer hart – aber wir haben ziemlich schnell die Verlustvorträge aus der Gründung und dem initialen Aufbau der Software, sowie den Betrieb der Firma abbauen können und schreiben Gewinn. Das haben wir effektiv nur mit selbst erwirtschaftetem Umsatz geschafft.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?

Wir sind aktuell 10 Personen und wir haben CHF 1‘000‘000 Umsatz erreicht.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Wenig schief – dass der Regulator (die Finanzmarktaufsicht) das neue Gesetz Fidleg über Jahre hinausgeschoben hat. Richtig schief: Dass Pläne für Entwicklungen komplett über den Haufen geworfen wurden, weil Schätzungen puncto Programmieraufwand falsch waren. Glücklicherweise fand das bisher nur in einem von gut 20 Projekten statt.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

In der Programmierung muss man damit umgehen können, dass plötzlich Unvorhergesehenes passiert. Programmierung ist kein Data-Typing, sondern eine Wissenschaft.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Bei unserer Software. Unser Tool läuft seit Juni 2013. 100 % Uptime. Nur 5 Support-Anrufe seither und Banken rollen wir innerhalb weniger Tage auf die Software aus – nachdem ein gemeinsames Projekt alle Anforderungen definiert hat.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Zu 100 % durch uns drei Partner. Kein Fremdkapital. Wir finanzieren uns seit dem ersten Tag durch eigen erwirtschafteten Umsatz. Somit können wir absolute Unabhängigkeit garantieren. Wir müssen keinen sog. amerikanischen Ansatz fahren, bei dem wir mit Rabatten den Markt aufrollen und danach die Preise anheben. Wir planen auch nicht mit Verkauf der Software, sondern wollen Unternehmertun leben. Bodenständigkeit ist unser Credo. Wir bedienen keine Renditevorgaben – und das ist schlussendlich, was unsere Kunden schätzen.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Das ausrollen von drei neuen Kunden – alles Privatbanken – und der Abschluss einer weiteren Modernisierung der Software.

Vielen Dank für das Interview.

Gerne.

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